Zwei Türen. Eine Anweisung.
„Bitte benutzen Sie die richtige Tür.“
Klopfe an eine Tür.
Eine Beobachtung unterscheidet und bezeichnet eine Seite: hier „zuständig“ statt „nicht zuständig“. Die Szene fragt innerhalb dieser Unterscheidung, welche Tür zu wählen ist.
Du beobachtest, mit welcher Unterscheidung eine Beobachtung arbeitet und wie sie etwas zuordnet. In der Szene wird die Regel sichtbar, nach der das Anliegen einer Tür zugeordnet wird. Ein Wechsel des Kamerastandpunkts allein würde dafür nicht genügen.
Die gerade verwendete Unterscheidung kann nicht zugleich in derselben Operation als Einheit beobachtet werden. Eine weitere Beobachtung kann sie zum Gegenstand machen – verwendet dabei aber selbst eine Unterscheidung. Auch die zweite Ordnung hat keinen vollständigen Blick.
Die Auskunft kennt nur zwei Anliegen. Andere mögliche Fragen bleiben außerhalb ihres Formulars. Diese Begrenzung ermöglicht eine Zuordnung und lässt zugleich Möglichkeiten unberücksichtigt. Die Szene ist eine vereinfachte Darstellung, kein vollständiges Modell der Theorie.
Die Figur steht hier für einen Beobachtungsvorgang. „Zuständig / nicht zuständig“ ist eine Unterscheidung dieser Szene, kein eigener Code eines gesellschaftlichen Funktionssystems.
Zum Weiterlesen: Niklas Luhmann, Die Kunst der Gesellschaft (1995), Kapitel 2; Soziale Systeme (1984), Kapitel 1.